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Ehemalige Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei (heute Haus für Lehrerfortbildung - Kronenburg)

Dieser Gebäudekomplex wurde 1937-1939 als Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei für Prof. Werner Peiner gebaut, der vorher im Burgbering eine Landakademie als Außenstelle der Kunstakademie Düsseldorf eingerichtet hatte  10 . Nach dem Krieg gelangte die Immobilie Anfang der 1950er Jahre in die Obhut des Landes Nordrhein-Westfalen und wird seither als Tagungsstätte genutzt. Als Haus für Lehrerfortbildung befindet sich die denkmalgeschützte Anlage in den letzten Jahrzehnten im Geschäftsbereich des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Im Oktober 2016 wurde im Außenbereich des Hauses eine Informationstafel angebracht, die über die nationalsozialistische Vergangenheit der Einrichtung informiert. Diese Tafel und weitere Informationen zur Geschichte finden Sie über die Website des Hauses: https://www.fortbildung-kronenburg.nrw.de/index.php/tagungshaus/geschichte

Den GestalterInnen von KUNSTamWEG ist es sehr wichtig, nicht auf eine beliebige ehemalige Meisterschule für Malerei oder sogar auf ein Haus für Lehrerfortbildung hinzuweisen, sondern durch Nennung des Namens Hermann Göring die Erinnerung an diese Einrichtung wach zu halten, die wie keine andere mit der Problematik von Mäzenatentum und Kunstförderung im Nationalsozialismus und mit der Vereinnahmung von Kunst und Künstlern durch die Politik verbunden ist.

Hermann Göring war Reichsmarschall und Ministerpräsident Preußens und einer der Hauptverantwortlichen für die Gräueltaten in der nationalsozialistischen Zeit (1933 – 1945). Die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei wurde auf seine persönliche Verfügung gegründet und sie unterstand ihm direkt. Hier sollten unter Leitung Peiners die nationalsozialistische Kunstelite herangebildet und monumentale Repräsentationskunst hergestellt werden.

„Die Hermann Göring-Meisterschule ist, auch wenn sie nur sieben Jahre existiert, die einzige Kunstinstitution, die in der Zeit des Nationalsozialismus gegründet wird und sowohl den ästhetischen Vorstellungen von Repräsentationskunst sowie der planvollen Kontrolle von Staatskunst annähernd entspricht.“ [1]

„Göring war einer der 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Angeklagten. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung gegen den Weltfrieden; Planung, Entfesselung und Durchführung eines Angriffskrieges; Verbrechen gegen das Kriegsrecht; Verbrechen gegen die Menschlichkeit) schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Durch Suizid am Vorabend der Hinrichtung entzog er sich der Vollstreckung des Urteils.“ [2]

Werner Peiner, dessen Malstil genau in das Ideal der Nationalsozialsten passte, hatte 1933 von der „Säuberung“ durch die Nationalsozialisten profitiert und einen Lehrstuhl an der Kunstakademie Düsseldorf übernommen.

Entworfen wurde die Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei von dem Düsseldorfer Architekten und Akademieprofessor Emil Fahrenkamp (1885-1966), der damals in Kronenburg wohnte und schon 1932 das Ehrenmal neben der Kirche entworfen hatte 8 . In der Zeit des Nationalsozialismus war Fahrenkamp ein gefragter Architekt für repräsentative NS-Bauten und 1937-1945 Direktor der Kunstakademie Düsseldorf.

 

[1] Nikola Doll: Mäzenatentum und Kunstförderung im Nationalsozialismus. Werner Peiner und Hermann Göring. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2010, 2. Auflage, S. 32).

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Göring, abgerufen am 30.05.2026